Der Lack scheint ab. Zwar jubelten auch bei diesem Papst-Besuch Tausende dem Oberhaupt der katholischen Kirche zu, doch es gab ebenfalls massive Proteste gegen seine Reise nach Deutschland und vor allem, gegen die Redeeinladung für den Bundestag – den Sitz unserer Demokratie, wenn man etwas dicker auftragen möchte. Damit steht Deutschland nicht allein. Erst wenige Wochen Zuvor kam es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen in Spanien, als die Polizei versuchte eine Demonstration von Papst-Gegnern aufzulösen. Die glorreiche Zeit der Kirchen scheint vorbei zu sein und wenn man sich die Rede anschaut, die der Mann im Bundestag gehalten hat, dann ist das auch verdammt gut so.
Gewalt gegen Roma
In Tschechien protestierten Rechtsextremisten gegen Roma-Angehörige im Land. In den vergangenen Jahren kauften Immobilienspekulanten verstärkt abrißreife Häuser auf und vermieten sie an Geringverdiener, wozu in Tschechien auch die Roma gehören. Das führte zu einem Zuwachs, oder eher einer größeren Präsenz dieser Minderheit in einigen Wohnvierteln, was Rechtsextremisten aus nicht näher definierbaren Gründen aufregt. Bereits in den vergangenen Wochen kam es zu mehreren Überfällen auf Roma. Jetzt forderten die Neonazis mit ihrer Demonstration das die Roma-Familien aus den Gemeinden verschwinden sollten. Wohin und mit welchem Recht ihnen Jemand vorschreiben können sollte, wo sie wohnen müssten, das zu artikulieren gelang den Idioten nicht. War auch nicht zu erwarten. Statt dessen warfen sie Steine und Knallkörper gegen Polizisten, die versuchten die pöbelnden Nazis davon abzuhalten ein von vielen Roma bewohntes Wohnviertel zu stürmen. Schon erschreckend, dass 65 Jahre nach Ende des 2. WK noch immer Menschen glauben, sie könnten andere Menschengruppen einfach vertreiben, schlagen und töten.
Religion und Gewalt
In der israelischen Hauptstadt Jerusalem kam es in der vergangenen Woche zu gewaltsamen Straßenschlachten zwischen streng gläubigen orthodoxen Juden, Mitgliedern der Haredim-Gemeinde, und der Polizei. Die Ultraorthodoxen hatten zum wiederholten Male gefordert, dass Straßen und Parkplätze währeend des Sabbats – dieser dauert jede Woche von Freitagabend bis Samstagabend – geschlossen bleiben, weil die Religion es den Juden verbietet, in dieser Zeit irgendwelchen Tätigkeiten nachzugehen, die als Arbeit ausgelegt werden könnte. Um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen, blockierten sie Straßen im Viertel “Mea Schearim”. Als die Polizei sie zurück drängte, um den Verkehr wieder zu gewährleisten, bewarfen die orthodoxen Juden die Beamten mit Steinen und beschimpften sie als Nazis.
Entführt
Einen skurilen Telefonanruf erhielt in der vergangenen Woche die Braunschweiger Polizie. Ein Mann meldete sich bei ihnen, der behauptete, er sei entführt worden. Er gab an, in einem für ihn fremden Raum aufgewacht zu sein, in dem sich Leichen befinden. Die Handyortung funktionierte nicht und die Familie des Mannes war nicht zu erreichen. Die zuständige Leitstelle ging von einem schweren Verbrechen aus und begann zu ermitteln. Erst der Rückruf aus einem Krankenhaus beendete die Ermittlung; Der “Entführte” befand sich im Krankenhaus und war gerade aus der Narkose aufgewacht und noch desorientiert. Die anderen “Leichen” waren ebenfalls Patienten, die im Aufwachraum lagen.
Energiepolitik
Jetzt, nach den Osterferien, finden die öffentlichen Beratungen über die zukünftige Energiepolitik Deutschlands statt. Deshalb wird die Presse wohl aktuell auch mit den Hinweisen auf zu erwartende Strompreiserhöhungen bei Abschaltung von Kernkraftwerken gefüttert. Nicht das es dafür Zahlen gäbe, die eine solche zwingende Preissteigerung belegen. Aber man hofft halt noch immer, dass die Deutschen dann die Klappe halten und den jeweils ausgearbeiteten Kompromiss akzeptieren. Werden sie wohl auch. Wie immer. Politiker in Deutschland haben es leicht. Nur die wirklich dummen scheitern. Erschreckend, wie viele das trotzdem sind.
Nicht am Leid “vorbei mogeln”
*Sfz* Die Kirche, deren Mitglieder ja immer betonen, dass (IHR) Glauben Privatsache wäre, mischt sich mal wieder in politische Belange ein. Jetzt hat, anlässlich der Karfreitagansprache, der evangelische Landesbischof Bayerns, Johannes Friedrich, gegen die Präimplantationsdiagnostik gewettert. Leiden dürfe keine Begründung dafür sein; ”Leben zu beenden oder gar nicht erst zuzulassen” und WIR, also auch die Nichtgläubigen, deren Tun ihn nicht das Geringste angeht, dürfen uns nicht am Leid “vorbei mogeln”. Ich glaub’ es hackt!
Arbeit
Bis vor wenigen Jahren dachten (hofften) wir, dass man durch immer bessere Technik, die uns die schweren Arbeiten abnimmt, auch ein immer leichteres Leben hat. Ich schätze inzwischen ist klar, dass dem nicht so ist. Die Art der Arbeiten die wir ausführen hat sich zwar verändert – von schwerer körperlicher, zu monotonen Wiederholungen der selben Handlung, oder zu einer Streßverursachenden organisatorischen Tätigkeit – gesunken ist die Belastung für uns dadurch nicht. Sie hat sich lediglich verlagert. Und ob tatsächlich zu unserem Vorteil, ist fraglich. Früher reichte ein Wochenende aus, um sich von den körperlichen Strapazen des Jobs zu erholen und für die kommende Arbeitswoche fit zu werden. Das Abschalten nach geistiger oder sehr monotoner Arbeit, dauert jedoch länger. Zeitgleich werden unsere Ansprüche an unser Leben höher. Wir glauben ein Recht auf Glück und vollständige Zufriedenheit zu haben. Was wir als zufriedenstellend und Glück empfinden, lassen wir uns dabei in steigendem Maße von den Medien diktieren. Wenn wir uns nach Kauf des neuesten Smartphones über die umständliche Menüführung ärgern, dann nicht weil das Smartphone nichts taugt, sondern weil wir unterbewusst ausrechnen, wie viel wir dafür gearbeitet haben. Wir arbeiten aber nicht für die neuesten technischen Spielzeuge. Wir arbeiten um zu leben und um uns ein wenig Sicherheit aufbauen zu können. Alle Arbeiten die wir über das dafür notwendige Mindestmaß hinaus leisten, geschehen um uns “etwas” aufzubauen. Um glücklich und zufrieden zu werden. Und dann sind wir zu blöd um zu erkennen, was uns glücklich macht.
Wasser in Kometen
Amerikanische Wissenschaftler glauben den Beweis für Wasser in Kometen gefunden zu haben. Dafür analysierten sie Staubkörner, deren Zusammensetzung auf ehemals flüssiges Wasser in den Kometen hinweist, von denen sie abstammen. Dante Lauretta von der University of Arizona: “Die derzeit vorherrschende Ansicht ist, dass es im Innern eines Kometen unmöglich flüssiges Wasser geben kann”.
Guttenberg
Karl Theodor zu Guttenberg, der sein Amt als Verteidigungsminister aufgrund der inzwischen bewiesenen Plagiatsvorwürfe aufgeben musste, ist noch immer nicht bereit zuzugeben, dass er nicht aus Versehen, sondern mit Absicht, den größten Teil seiner Doktorarbeit von anderen Autoren zusammengeklaut hat. Es ist natürlich verständlich, dass er sich nicht selbst belasten möchte, besonders angesichts der Anzeigen, die inzwischen vor Gericht vorliegen. Seine Glaubwürdigkeit hat er damit allerdings endgültig verspielt. Eine Rückkehr, wie sie von einigen Fans, zu denen auch die Kanzlerin gehört, gewünscht wird, ist damit hoffentlich auch endgültig ausgeschlossen.